Der Phallus

4,6 Tonnen Granit

Als Eckart Grenzer 1984 seine 4,6 Tonnen schwere Skulptur „Grenzstein“ errichtete blickte ganz Deutschland auf Dangast.

Der Grund war die eindeutige Form des Granit-Kunstwerks, das heute nur noch als „Phallus“ bekannt ist. Die Bildzeitung brachte die Aufstellung auf die Titel­seite, selbst die Tagesthemen berichteten über den Skandal. Anwohner ließen ihrer Wut in bösen Briefen und selbstgeschriebenen Schmäh-Gedichten freien Lauf.

Heute ist der Phallus, der je nach Wetterlage alle zwölf Stunden „seicht und zärtlich“ (Grenzer) oder auch stürmisch vom Meer umspült wird, längst kein Stein des Anstoßes mehr. Grenzers Plastik gehört zu Dangast, wie das Watt, das Wasser und der Wind.

Vor 25 Jahren war es Grenzers Glück, dass der „Phallus“ auf dem Privatstrand der Tapkens stand, so konnte niemand etwas gegen seine Aufstellung unter­nehmen. Auch der ursprüngliche Name „Grenzstein“ ergibt für den Künstler noch immer Sinn.

Direkt an der Hochwassergrenze aufgestellt (Dem Land das Meer – Dem Meer das Land), versinnbildlicht das Meer das weibliche Element – demnach das Land das männliche. So kommt es durch die Gezeiten zur Begegnung, oder Umarmung der Geschlechter.